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Kaschern von Messer und Besteck

Das Kaschern (Koschermachen) von Messer und Besteck

die Frage:

Vor einiger Zeit verwechselte ich milchiges und fleischiges Besteck miteinander. Meine Freundin erklärte mir, wenn es sich um kalte Speisen handelt, genügt es, das Besteck für drei Tage in die Erde zu stecken, handelt es sich jedoch um heiße Speisen, so müsse ich das Besteck wegwerfen.

Warum? Welche Erklärung gibt es dafür?

Antwort:

  • Hat man ein fleischiges Messer (ein in der Regel zum Fleischschneiden genutztes) zum Schneiden von kaltem Käse benutzt, muss man das Messer zehnmal in die Erde stecken. Dadurch werden Fettreste vom Messer entfernt und der Geschmack von Käse verschwindet. War der Käse jedoch warm, so reicht das Stecken in die Erde nicht und man muss es abbrühen oder durch Feuer fast zum Glühen bringen.
  • Hat man fleischiges Besteck mit milchigem verwechselt oder umgekehrt, verfährt man wie folgt: Man lässt das Besteck 24 Stunden ungenutzt, danach wird es in kochendes Wasser getan, mit kaltem Wasser gespült, danach ist es parve (neutral – weder fleischig noch milchig) und kann entweder für Fleischiges oder für Milchiges genutzt werden.
  • Die Kaschern-Regeln sind umfangreich und kompliziert, jedoch gibt es eine Faustregel: So wie das Geschirr unkoscher wurde, so wird es auf umgekehrtem Weg (eine Art Rückspulen) gekaschert.

Woher stammt der Brauch, das Messer in die Erde zu stecken?

Im Talmud (Ende des Traktats Awoda Sara) wird folgende Geschichte erzählt: Einst saßen Mar Jehuda und Bati bar Tobi vor dem Perserkönig Sapor. Dieser aß von einer Zitrusfrucht. Er schnitt sich eine Scheibe ab und aß. Er schnitt eine weitere Scheibe ab und reichte sie Bati bar Tobi, danach steckte er das Messer zehnmal in die Erde, schnitt eine Scheibe ab und reichte sie Mar Jehuda. Bati bar Tobi war erstaunt, dass der König ihn anders behandelt hatte als Mar Jehuda und fragte ihn: Bin ich kein Israelit? Der König erwiderte: Von ihm bin ich überzeugt, dass er die Gebote streng einhält, von dir aber nicht. Erinnere dich, was du vergangene Nacht gemacht hast (nach persischer Sitte stellte er jedem von ihnen nachts eine Frau zur Verfügung; dieser hat sie behalten, jener aber nicht).